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Rechts: NPD trotzt Eiseskälte und feiert die Wintersonnenwende

Inden. Gespenstische Szenen in einem wegen des näher rückenden Braunkohletagebaus aussterbenden Ortes: in Inden-Pier feiern NPD und Neonazis ein Treffen, diesmal anlässlich der „Wintersonnenwende“. Auf dem Grundstück hinter dem Haus des NPD-Kreischefs aus Düren, Ingo Haller, treffen sich die „Kameraden“ bei Eiseskälte. Ein Feuer sprüht Funken, die durch den Wind über den mit Planen und einer Fahne in den Farben des Deutschen Reiches behangenen Grundstückszaun geweht werden. Ein kleines Veranstaltungszelt schimmert vom Licht und der Glut eines Heizstrahlers gelblich. Über allem scheint ein großes Schild oder Plakat zu schweben, auf dem die „Schwarze Sonne“ [1] zu sehen ist, jenem zwölfarmigen, runden Hakenkreuz, dass die SS einst in Nazideutschland im „Kultsaal“ ihrer „Ordensburg“ Wewelsburg bei Paderborn als riesiges Bodenmosaik verewigte.

Wie angekündigt [2] hat der NPD-Kreisverband Düren abermals eine größere Veranstaltung in der Region abgehalten. Ersten Schätzungen zufolge besuchten das Treffen rund 70 „Kameraden“ aus der Region, aus Bochum, Niedersachsen, Neuss, Borken, Bocholt, Euskirchen und Bremen. Lange hatte die NPD den Ort für das Fest nur intern bekannt gemacht. Besucher waren teilweise schriftlich eingeladen worden und konnten über eine angegebene Rufnummer erst ab Samstagnachmittag erfragen, wo die Veranstaltung letztlich stattfinde. Einlass war gegen 17 Uhr, gut zwei Stunden später begann der offizielle Teil. Laut der Einladung mussten Besucher drei Euro Eintritt zahlen, „Hausmannskost und Getränke“ gab es „zu zivilen Preisen“. Über den „altergermanischen Brauch“ der Wintersonnenwende, auch „Julfest“, sollte informiert werden und ein „Balladensänger“ sollte auftreten.

Auch wenn die NPD auf ihrer Einladung betont, dass es keine „Politische Veranstaltung“ sei, so sollen sich doch im gemütlichen Beisammensein die Mitglieder aus der Region „besser“ kennen lernen. Pier selbst wirkt an diesem Abend abseits des Haller-Anwesens wie ausgestorben. Sehr wenige Anwohner gehen in dem diffusen Mix aus Dunkelheit und Vollmond mit ihren Hunden Gassi. In der Einfahrt zum Grundstück Hallers steht ein Neonazi in Stiefeln, Bundeswehrhose, Tarnjacke und Militärmütze, als finde gerade hinter dem metallenen Tor ein Nato-Biwak statt. Jener Türsteher des „Ordnungsdienstes“ begrüßt neu eintreffende Gäste per Handschlag. Immer wieder fahren neue Privatwagen vor und bald schon sind in der Straße vor dem Haus keine Parkplätze mehr frei. Einige junge Neonazis holen sich noch rasch eine Flasche Bier aus dem Kofferraum ihres Autos und nehmen den ersten Schluck noch auf der Straße zu sich. Ihre Atemluft kondensiert in der eisigen Luft.

Gut zwanzig PKW und zwei Kleintransporter parken bald auch Teile der Gehwege in der engen Straße zu. In Nachbarhäusern ist manches Fenster hell beleuchtet und strahlt Wärme aus. Eine Karosse scheint einen Art Fahrdienst für Besucher anzubieten, die mit der Bahn anreisen und nur per Shuttle das abgelegene Pier erreichen können. Auf dem Grundstück selbst sprüht das Feuer weiter Funken. Ein Redner spricht zum Publikum und manchmal wird applaudiert. Uniformierte Polizei ist nicht vor Ort, ein Staatschützer dreht in einem PKW einsame Runden. Was hinter dem Tor und den mit Planen als Sichtblenden behangenen Gartenzäunen passiert, lässt sich von außen nur erahnen. [© Klarmann]

[1] Wikipedia
[2] NPD feiert die Wende – für den Anfang indes nur die der Sonne
22.12.07 22:16
 



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