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Rechts: Neonazi-Wortergreifungsstrategie einmal ultraextrem durchsichtig...?

Aachen/Stolberg. Einen Hinweis [1] über eine ungewohnte Offenheit in der Umsetzung der von der NPD skizzierten „Wortergreifungsstrategie“ erhielt „Klarmanns Welt“ infolge einer Mitteilung [2] zu einem Spendenlauf gegen Neonazi-Umtriebe. Ein Element jener „Wortergreifungsstrategie“, die auch Neonazis unterdessen anwenden, ist es, sich in bürgerlichen Internetforen oder Web-Kommentarspalten einzubringen. Da erkennbare Kommentare von Neonazis ebendort oft gelöscht werden, versuchen Vertreter der Braunszene sich hierbei quasi zu tarnen und – wenn man es denn so nennen will – auf Samtpfötchen die Diskussion zu unterwandern. Eigene Argumentationsmuster werden dabei nicht offen und radikal formuliert, sondern möglichst bürgerlich und konservativ verpackt, um normale Bürger keiner „Schocktherapie“ auszusetzen.

So kommentierte etwa am 26. November unter besagtem Bericht über einen Spendenlauf eines Stolberger Gymnasiums ein „Rüdiger Empt“ [3] in der Onlineausgabe der „Stolberger Zeitung/Nachrichten“: „Und alle Schüler die nicht mitmachen, werden in die rechte Ecke gedrängt. Alle Eltern, die nicht spenden, werden hinter der Hand als Nazis oder Rechtsextremisten verdächtigt. Folge: Um bei der linken Lehrerschaft, nicht als rechter Sympathisant abgestempelt zu werden, und dadurch möglicherweise schlechter benotet zu werden, sind Schüler und Eltern gezwungen, sich körperlich wie finanziell zu beteiligen. Ich nenne so etwas Erpressung.“

Doch an keiner Stelle klingt in diesem Schreiben an, dass der Autor möglicherweise selbst in einer rechtsextremen Szene aktiv ist, in der gegen „linke“ Lehrer, Migranten und Antifaschisten gehetzt wird. An keiner Stelle ist in dem Posting zu erkennen, dass der Autor – der sich gegen Intoleranz und gegen Hass zu engagieren vorgibt – möglicherweise selbst einmal für eine Homepage der „Anti-Antifa“ Mitverantwortung trug, Gegendemonstranten abfilmte und fotografierte, deren Bilder später im Internet veröffentlicht wurden, mit der Drohung im Untertitel: „Antifa heißt Angst!“ Ein Herr „Rüdiger Empt“ scheint nur etwas konservativ zu denken, nicht gut auf Teile der „linken Lehrerschaft“ zu sprechen zu sein.

Stutzig wird der Interessierte, wenn er einen fast zeitgleich erschienenen Bericht der „Autonomen Nationalisten Aachen“ (ANA) über besagten Spendenlauf liest, in dem es auf einer Neonazi-Homepage neben Hetzparolen gegen Demokraten, Schüler und Lehrer zugleich heißt: „Denn alle Schüler die nicht mitmachen, werden in die rechte Ecke gedrängt. Alle Eltern, die nicht spenden, werden hinter der Hand als Nazis oder Rechtsextremisten verdächtigt. Folge: Um bei der linken Lehrerschaft, nicht als rechter Sympathisant abgestempelt zu werden und dadurch möglicherweise schlechter benotet zu werden, sind Schüler und Eltern gezwungen, sich körperlich wie finanziell zu beteiligen.“ Sind „Rüdiger Empt“ und ANA also identisch?

Laut „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und NPD-Düren bestehen die „Autonomen Nationalisten Aachen“ (ANA) nur aus einem 18-Jährigen aus Aachen [4], der demnach vorgeben würde, für eine Gruppe (von Neonazis) zu sprechen. Der junge Mann, den KAL und NPD als ANA titulieren, war einst Mitglied bei den „Aachen Ultras“ und innerhalb der NPD aktiv. Schon frühzeitig engagierte er sich bei der Neonazi-Feindaufklärung „Anti-Antifa“ [5], aus der später die „Autonomen“ Neonazis aus der Region hervorgingen. Sie schlossen sich dem Bündnis „Aktionsgruppe Rheinland“ an [6], gegen das wegen Volksverhetzung ermittelt wird [7]. Personen aus diesem Umfeld werden selbst in Neonazikreisen, erfuhr „Klarmanns Welt“ unlängst aus Szenekreisen, mit einem Überfall auf Antifaschisten in Stolberg durch vermummte Unbekannte [8] in Verbindung gebracht [9].

Mittels „Wortergreifungsstrategie“ will die rechte Szene ihre Argumente langsam hoffähig machen. Man will eigene, radikale Ansichten smart und (schein-)demokratisch verpackt in die Mitte der Gesellschaft transportieren. Oft undemokratische Argumente will man durch geschickte Rhetorik seriös verpacken. Dabei wird auch versucht, die Demokratie als undemokratisch darzustellen und Menschen, die sich im Sinne von Demokratie, Völkerverständigung, Toleranz und Frieden engagieren, als intolerante Unruhestifter darzustellen. Wie das gehen kann: siehe oben. Und wie das schon mal ging: siehe unten, Fußnote 10. [© Klarmann]

[1] Vielen Dank an „GoodNightWhitePride“.
[2] Geld sammeln für Projekte gegen Rechtsradikalismus...
[3] Direktlink zum Posting (Um den zugehörigen Artikel zu lesen, klicken Sie auf ZURÜCK ebenda.)
[4] siehe dazu NPD-Düren distanziert sich kurz vor Aufmarsch von Automaten und alle drohen sich gegenseitig
[5] Rechte Szene in Aachen Stadt zwischen stürmischen Zeiten und dem Ballfieber
[6] Aktionsgruppe Rheinland haut schon mal mächtig auf die braune Kacke
[7] Razzia gegen Autonome Nazis
[8] Nazis attackierten Punks nach Fight Fascism – zudem Nazigebrüll und -schmier
[9] Hinweis an den mitlesenden Staatsschutz: Journalistischer Quellenschutz...
[10] Aldenhoven schließt Forum wegen Anfeindungen und NPD kippt Stimmung ebenda
27.11.07 21:37
 



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