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Links/Polizei: Der lange Arm der Stasi stocherte auch tief im Westen

Aachen. Der Arm des DDR-"Ministeriums f?r Staatssicherheit" (Stasi) reichte bis nach Aachen. In den bisher gesichteten Stasi-Akten findet sich Material zur St?dtepartnerschaft zwischen Naumburg und der Kaiserstadt sowie ?ber die Firma Ludwig Schokolade (Trumpf). Die Stasi verf?gte sogar ?ber "Inoffizielle Mitarbeiter" (IM) in Aachen. Eine Familie lieferte demnach Informationen an den DDR-Geheimdienst.

Von jenen F?llen berichteten bei der Er?ffnung der Ausstellung "Staatssicherheit ? Garant der SED-Diktatur" Mitarbeiter von Marianne Birthler, der Bundesbeauftragten f?r die Stasi-Unterlagen. Laut Gabriele Camphausen, in der Birthler-Beh?rde Fachbereichleiterin Bildung und Forschung, habe seit 1971 ein Aachener Ehepaar f?r die Stasi gearbeitet. Von einem IM angeworben, sei sp?ter auch ihr Sohn "verpflichtet" worden. Die Ehefrau habe monatlich 700 DM erhalten, fernen habe man ihr "Geld zur Verf?gung gestellt, um zur Tarnung ein eigenes Gesch?ft aufzubauen". Bis 1989 seien Berichte abgeliefert worden. Auch habe es Treffen in Ost-Berlin und auf Transitstrecken mit der Stasi gegeben.

Preisgeben d?rfe man aus Datenschutzgr?nden die Identit?t der Familie nicht. Indes, sagte Camphausen den "Nachrichten" am Donnerstag (1.7.), h?tten die drei IM der Stasi nur Lage- und Stimmungsberichte aus Aachen, dem Umland und dem Ruhrgebiet geliefert. Camphausen sprach von Informationen "banalster Natur" und "Kleckerkram", der wohl auch dazu beigetragen habe, dass die Stasi sp?ter "an Infos erstickte, die sie nicht mehr auswerten konnte". Bislang gebe es keine Hinweise, dass Personen direkt bespitzelt wurden. Die Familie habe auch keiner politischen Gruppe oder Partei angeh?rt. In ihrer Stasi-Beurteilung hei?e es indes, das Paar habe einen "tiefen Hass gegen das reaktion?re System, insbesondere gegen das Wiederaufleben des Faschismus in Westdeutschland" sowie "eine gesunde Einstellung und Verbundenheit zur sozialistischen Entwicklung in der DDR" gehabt.

Ludwig Schokolade sei ins Visier der Stasi geraten, da einer ihrer Kakaodrinks in den Intershops angeboten wurde. Das habe ausgereicht, Material ?ber die Firma zu sammeln, berichtete Camphausen. Und ihr Kollege Ehrhart Neubert, einst DDR-Oppositioneller, erg?nzte, die St?dtepartnerschaft Aachen-Naumburg sei Ende der 1980er Jahre "gr?ndlich abgesichert" worden. Die Stasi habe darauf geachtet, dass nur "gefestigte DDR-B?rger Aachen besuchen durften". Sie sollten auf keinen Fall etwas zum teils massiven Geb?udeverfall in Naumburg ausplaudern. [? Michael Klarmann; f?r AN-Politik]

Kasten: Die Ausstellung "Staatssicherheit ? Garant der SED-Diktatur" gastiert noch bis zum 20. Juli in der Volkshochschule Aachen (Peterstra?e 21-25). Die 1996 erstmals gezeigte Wanderausstellung wurde von der "Bundesbeauftragten f?r die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in der ehemaligen DDR" speziell f?r die alten Bundesl?nder konzipiert. Informiert wird anhand von Fotos, Exponaten und Texttafeln umfassend ?ber die Geschichte und Arbeit der Stasi ? etwa ?ber Auslandsspionage sowie die Bespitzelung von B?rgern und Opposition. Deutlich wird dabei, dass die Stasi f?r die SED das wichtigste Instrument zum Machterhalt war. In Aachen wird die Ausstellung erg?nzt durch eine weitere zur fast 30-j?hrigen Arbeit der Menschenrechtsorganisation "amnesty international" in der DDR. F?hrungen, auch f?r Schulklassen, k?nnen unter Telefon 0241/4792111 vereinbart werden. Der Eintritt ist kostenlos. (mik)
2.7.04 19:55
 



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