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Rechts: NPD lenkt rechte Hochburg in straffe Bahnen [anmerkung]

Stolberg. Stolberg mausert sich scheinbar immer mehr zum Zentrum einer Parteistrategie, derzufolge die Region Aachen zu einer weiteren NPD-Hochburg in NRW werden soll. Schl?sselfigur ist dabei der Stolberger Ratsmann Willibert Kunkel, der jedoch ohne den von ihm auf Vordermann gebrachten NPD-Kreisverband Aachen [1], seinem Ratskollegen Oliver Harf und den in die NPD integrierten Kadern der "Kameradschaft Aachener Land" kaum handlungsf?hig w?re. Die Aktivit?ten der Neonazis aus der Region scheinen also l?ngst schon in der "rechten Hochburg", wie Antifaschisten Stolberg immer nennen, geplant und geb?ndelt zu werden. Jugendlicher Nachwuchs wird allem Anschein nach kontinuierlich rekrutiert, was eine Reihe von neuen, jungen Aktivisten w?hrend der letzten NPD-Wahlkampfst?nde und als Besucher der NPD-Saalveranstaltung [2] am Freitag in Stolberg belegen.

Schon vor wenigen Wochen lotste Kunkel seine Parteispitze und Jubilare in die Stolberger Stadthalle zwecks Feier des 40-j?hrigen NPD-Bestehens [3]. Vergangenen Freitag erschienen Parteichef Udo Voigt ? ebenso Spitzenkandidat bei der Landtagswahl ? und der NPD-Landesvorsitzende Stephan Haase zwecks Stra?enwahlkampf in Stolberg. Voigt selbst legte am Ende beim Abbauen des Infotisches Hand an. Abends folgte dann besagte Saalveranstaltung in der omin?sen Kneipe "Im Blau" (Eigenwerbung: "Kultkneipe Nr. 1 in Stolberg. Hier ist f?r Unterhaltung gesorgt"). Voigt war Hauptredner, angek?ndigt war ebenso als Redner der einflussreiche Neonazi Thomas "Steiner" Wulff (*). Anders als der Hamburger Neonazi-F?hrer Christian Worch h?lt Wulff keinen Abstand von der NPD und ist der Partei vergangenen Herbst im Zuge der "Volksfront von Rechts"-Gr?ndung beigetreten. W?rde sich derlei Prominenz in ein Kaff verlaufen, dass auf der strategischen Landkarte keinen besonderen Wert hat?

F?r den Landtagswahlkampf stellte die Berliner Parteizentrale Kunkels Kreisverband ?ber Wochen einen ehemaligen Bundeswehr-Bulli zur Verf?gung. Um gegen B?rgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD) zu wettern [4] lie? Kunkel ? dem Vernehmen nach mit Billigung der Parteispitze ? eigene Flugbl?tter in den Parteifarben drucken. Von Stolberg aus wurden Plakataktionen mit Unterst?tzung der KAL in Stadt und Kreis Aachen organisiert. Die KAL soll Antifaschisten zufolge bei den letzten Kommunalwahlen schon in K?ln auf Kunkels Gehei? hin NPD-Plakate aufgeh?ngt haben, da die "Freien Kameradschaften" in der Domstadt ? anders als in Aachen ? die NPD nicht unterst?tzen wollten. Mittlerweile bedankte sich Kunkel bei dem KAL-Mitanf?hrer Ren? Laube aus Langerwehe. Der bullige Skinhead, der sich am liebsten in Milit?rkleidung zeigt, ist NPD-Direktkandidat im Kreis D?ren und wurde im Kreisverband Aachen ? der derzeit noch kommissarisch den KV-D?ren betreut ? zum stellvertretenden Vorsitzenden gek?rt.

Ber?hrungs?ngste gibt es bei alldem kaum. Laube tr?gt eine T?towierung von "Combat 18" (Kampfgruppe Adolf Hitler), dem bewaffneten, terroristischen Arm der in Deutschland verbotenen, internationalen Neonazi-Netzwerkes "Blood & Honour". Er selbst wurde auf Bew?hrung zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil er einen "Kameraden" mit Falschaussagen vor Gericht deckte, der einen Antifaschisten mit Mord gedroht hatte [5]. Kunkel selbst hat vor Jahren im alkoholisierten Zustand einen 13-J?hrigen etwas hart an den Hals gegriffen [6]. Direkt neben Voigt stand am Freitag am Infotisch ein Stolberger, der auf zwei Vorstrafen wegen des Tragens von Hakenkreuzen in der ?ffentlichkeit zur?ckblicken kann [7]. Kunkel umgibt sich zudem offen mit Leuten, die auf ihren T-Shirts mit Reichsadler und dem Bodenrelief der Ordensburg der SS, der Schwarzen Sonne, herumlaufen [8] oder in einem solchen Dress NPD-Propaganda unters Volk bringen [9]. Am Freitagabend trug jene Klientel w?hrend der Saalveranstaltung zur Abwechslung ein T-Shirt mit einem Maskierten, der seine Pistole drohend gegen den Betrachter anhebt ? Aufdruck: "Get A Life / Support 28" (die Ziffer 28 ist der Code f?r das verbotene Blood & Honour-Netzwerk [B&H]). Und mindestens ein Besucher erschien im T-Shirt der einschl?gigen NS-Marke "Consdaple" ? die vom Aussehen an "Lonsdale" angelegte Kopie verf?gt in der Wortmitte ?ber die Buchstabenfolge NSDAP.

Warum sich Kunkel nebst "Kameraden" d?nnh?utig zeigen, wie zuletzt in Aachen [8], wenn man sie Neonazis statt Nationaldemokraten nennt, ist eines der gr??ten Geheimnisse im NPD-Kreisverband Aachen. Beobachter bef?rchten jedoch, dass dieser KV nebst Gefolge l?ngst nicht an seine Leistungsgrenzen gesto?en ist. An einem Punkt allerdings derzeit doch: Die aus Kunkels Umfeld durchgesickerte Planung eines Rechtsrock-Konzertes in Stolberg im September 2005 scheint erheblich ins Stocken geraten zu sein. Sollte das so bleiben, d?rften zumindest Anfang September Polizeibeamte aufatmen und m?ssten einmal weniger sagen: "Kunkel meint immer, er hat die (jungen Rechtsextremisten) unter Kontrolle. Aber wenn die und er einen im Tee haben, dann hat er weder sie noch sich selbst unter Kontrolle." [? Klarmann]

(*) Unklar ist, ob Wulff wirklich erschien, vermutlich jedoch nicht; daf?r trat m?glicherweise der NPD-Liedermacher J?rg H?hnel auf.

[1] Das Versagen der Anst?ndigen
[2] Proteste gegen gut besuchte NPD-Saalveranstaltung; NPD bl?st im Wahlkampfendspurt zum totalen Krieg
[3] NPD feiert ihren Vierzigsten beim T?rken und Kunkels Moorsoldaten-W?nsche
[4] NPD l?stert ?ber B?rgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD)
[5] Putzige Kuschelnazis schmeicheln sich durch
[5] NPD-Landtagskandidat wegen K?rperverletzung verurteilt; NPD-Landtagskandidat wegen W?rgens eines 13-J?hrigen vor Gericht
[7] Hakenkreuze und ihr teures Nachspiel
[8] Die Rechten wolle Fechten ? gegen die Niederlage ihres Kandidaten als stellvertretender B?rgermeister
[9] Mein erster NPD-Infostand zur Landtagswahl 2005
15.5.05 15:57
 
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