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Links: Sympathisanten zwischen "menschenverachtendem Mist" und "Respekt" vor den Geiseln

Aachen. Im Prozess gegen vier spanische und belgische Anarchisten sagte am Mittwoch vor dem Landgericht Aachen ein junges Ehepaar aus, das von drei der Angeklagten als Geiseln genommen wurde. Beide treten als Nebenkl?ger auf und wohnen dem Verfahren bei. Als Zeugen sagten sie, bei den Solidarit?tshymnen f?r die Angeklagten vonseiten der Sympathisanten h?tten sie "Wut, Hass und Unverst?ndnis" empfunden. Die "Aachener Zeitung" nannte den "triumphalen Chorgesang und Applaus" "menschenverachtender Mist", der die Geiseln verh?hne. Drei "Unterst?tzerInnen" aus der Solidarit?tsgruppe sagten der "taz", zu applaudieren bedeute f?r sie nicht, "das wir keinen Respekt vor den Geiseln haben. Wir erkennen durchaus die Situation, in der sie bedroht wurden."

Der Prozess begann vergangene Woche unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Vorgeworfen werden den Angeklagten Bankraub, versuchter Mord, Geiselnahme und andere Straftaten. Sie waren am 28. Juni 2004 in Aachen nach einer wilden Verfolgungsjagd und Sch?ssen auf Polizisten festgenommen worden. Drei von ihnen hatten zuvor insgesamt f?nf Geiseln genommen. Die drei "Unterst?tzerInnen" aus Deutschland und Belgien sagten, mit der zu Prozessbeginn von rund 40 Aktivisten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien angestimmten antifaschistischen Solidarit?tshymne aus dem spanischen B?rgerkrieg und dem stehenden Applaus f?r die Angeklagten habe man die Geiseln nicht verletzten wollen. Es sei darum gegangen "zu transportieren, dass wir den Angeklagten nahe stehen." Die Hauptangeklagten ? die spanischen Anarchisten Gabriel P. (37) und Jose Fernandez D. (44) sowie der Belgier Bart G. (26) ? h?tten "neun Monate im Knast gesessen, sie brauchen die Unterst?tzung, sie sind auch Geiseln."

Ihren Namen wollen die "Unterst?tzerInnen" aus Angst vor polizeilichen Ma?nahmen nicht ver?ffentlicht wissen. Trotz der Vorw?rfe vonseiten der Staatsanwaltschaft Aachen gegen die Angeklagten sprachen sie von einem "politischen Verfahren". Jedoch sei "Geiselnahme kein Mittel des anarchistischen Kampfs." Man werte die eskalierenden Vorf?lle als "Kurzschlussreaktion" aus Angst, bei der pl?tzlichen Polizeikontrolle in Aachen wieder inhaftiert zu werden. Insbesondere Gabriel P. und D. seien "bekannte Anarchisten", die vor rund 20 Jahren "aus der Armut in die Kriminalit?t gegangen" seien. Begangen, sagten die "Unterst?tzerInnen", h?tten beide ?berf?lle, und die Beute sei teils "umverteilt" worden. Es gebe eben "eine Realit?t der Armut," aus der sie einst ausgebrochen seien nach dem Motto: "Stirb vor Hunger, oder nimm vorher das Geld."

"Politisiert" worden seien die beiden erst in ihrer Haft. Sie h?tten das "unmenschliche spanische Knastsystem mit Folter, Schikanen der W?rter und Kamera?berwachung in den Zellen nicht akzeptierten" und dagegen mit anderen H?ftlingen "Knastrevolten" sowie Hungerstreiks organisiert. Deswegen seien sie wiederholt zu neuen Haftstrafen und Isolationshaft verurteilt worden. "Die kleine Geschichte Aachen", so die "Unterst?tzerInnen", habe "eine Vorgeschichte". Und wegen ihr solidarisiere man sich mit den Angeklagten. [? MICHAEL KLARMANN; f?r taz-nrw]

ZUSATZKASTEN: Am gestrigen Freitag haben die Verteidiger der Angeklagten scharf kritisiert, dass die "zwecks Gefahrenabwehr" (Gericht) t?glich gefertigten Kopien der Personalausweise aller Besucher durch die Polizei "ausgewertet" werden. Europaweit w?rden Daten abgeglichen und gewonnene Ergebnisse per Ausdruck an die Kopien geheftet. Andere Kopien tr?gen handschriftliche Vermerke wie "Gewaltt?ter", "Anarchist" und "Freund des Angeklagten". Diese polizeiliche Verarbeitung, m?glicherweise auch Speicherung der Daten und deren Weitergabe an andere Stellen sei "rechtswidrig" und daher sofort zu stoppen, beantragten die Verteidiger am f?nften Verhandlungstag. ?berdies stellten sie wegen der Anordnung zur Fertigung der Kopien einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Gerd Nohl. Das Abfilmen aller Besucher durch die Polizei bei den scharfen Sicherheitskontrollen hatte Nohl nach zwei Prozesstagen auf Antrag der Verteidigung stoppen lassen. (mik)
1.4.05 20:16
 



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