Aachen. Die Eigenabgaben zufolge [1] erst vor wenigen Monaten gegründete Neonazi-Gruppierung „Sturmbund Aachen“ (SBA) will offenbar Jugendliche anwerben. „Klarmanns Welt“ wurde der Entwurf eines Flyers zugespielt, in dem die rechte „Kameradschaft“ eine zunehmende „Amerikanisierung Deutschlands“ insbesondere in der Jugendkultur bemängelt. Jugendliche, die sich ebenso an der „[Z]ersetz[ung] unserer Kultur durch Fremdeinwirkung“ störten, werden aufgerufen, sich dem „Sturmbund Aachen“ anzuschließen. Kritisiert wird zudem in dem Flyer: „Das sprachliche Niveau der Jugendlichen von heute sinkt beständig.“ Zuletzt hatte der SBA selbst wegen gravierender Rechtsschreibmängel auf sich aufmerksam gemacht [2]. SBA-Mitglieder werden derzeit auf zwischen 18 und 27 Jahren geschätzt.
Der SBA scheint um Neonazis entstanden zu sein, die schon im Jahre 2003 in Aachen-Forst in der abgelegenen Stichstraße Schönforstwinkel in zwei Wohnungen lebten und feierten. Dort war es zeitweise zu größeren Treffen mit bis zu 30 Neonazis gekommen. Verschiedenen Angaben zufolgen hatten zumindest Teile der Neonazis hier auch Teile der Anwohner – meist mit Migrationshintergrund – bedroht oder eingeschüchtert, so dass sich bei den Ermittlungen der Polizei und in späteren Prozessen nur eine Belastungszeugin traute, eine Aussage zu machen.
In einem dieser Prozesse gegen einen aus Stolberg stammenden Mann war dieser wegen der Tragens von Hakenkreuzen in der Öffentlichkeit verurteilt worden [3]. Ein Zeuge und guter Freunde des Angeklagten sagte seinerzeit zum Thema Hakenkreuz-T-Shirts gegenüber dem Richter: „Wir hätten so was gerne, aber wir kriegen so was nicht, das ist das Problem. [...] Wir haben so was [Hakenkreuze] nicht auf Anziehsachen, vielleicht auf Fahnen.“ Der junge Mann wird auf den Flyern als Kontaktperson genannt (und ist Besitzer eines Fotohandys [4]). [© Klarmann]
[1]
Kameradschaft Sturmbund Aachen kann jetzt schreiben[2]
Dän Stolz, Doitsch zu Schraibn, wolln sie dier nemen[3]
Hakenkreuz-Vorliebe bleibt teurer Spaß für Stolberger;
Hakenkreuze und ihr teures Nachspiel[4]
Nur zur Erinnerung ans Fotografierverbot im Gericht, "Kamerad" F.