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Gedenken: Die Opfer mahnen: Nie wieder!

Aachen. Bei Gedenkveranstaltungen haben am Sonntag mehrere hundert Menschen in Aachen den Opfern der Nazibarbarei gedacht. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages mahnte der Aachener Rabbiner Yaron Engelmayer, jene Gräuel dürften sich nicht wiederholen. Auch Schülerinnen und Schüler, die Katholische Frauengemeinschaft und die Caritas gedachten den Opfern.

Seit 1996 wird der 27. Januar, an dem im Jahr 1945 die Rote Armee die Häftlinge aus dem Vernichtungslager Auschwitz befreite, als Gedenktag für die Opfer der Nazidiktatur begangen. Um 11 Uhr versammelten sich daher auf Einladung eines Bündnisses euregionaler Initiativen rund 80 Menschen im Bürgerzentrum St. Fronleichnam (Schleswighaus). Schülerinnen und Schüler stellten dabei ihre Projektarbeiten zu Judenverfolgung und Nazidiktatur vor.

So informierte die Förderschule für Behinderte, die Viktor-Frankl-Schule (Kalverbenden), über das jüdische Altenheim, das an der Stelle stand, wo sich heute die Schule befindet. Über dessen Geschichte und die Bewohner, die bis 1942 in die KZ deportiert worden waren, informiert nun auch eine Broschüre. Zudem wurde das Theaterstück „Pjotr und das Netz der bösen Zungen“ vom chaOSTheater aufgeführt: eine Zungezauberin kämpft dabei gegen eine Nazibande „böser Zungen“.

Um 15 Uhr hielt die Katholische Frauengemeinschaft ein Gedenken in der Citykirche St. Nikolaus ab. Rund 100 Menschen, meist Senioren, nahmen daran teil. Das Ensemble „Shpil, Klezmer, shpil“ spielte melancholische Klezmer-Musik. Rezitiert wurden Biografien und eindringliche Gedichte von Holocaust-Opfern und -Überlebenden wie Rose Ausländer und Hilde Domin. Annette Diesler vom kfd-Diözesanverband Aachen mahnte, der „nationalsozialistische Rassen- und Größenwahn“ habe sehr großes Leid verursacht.

Wolfgang Ayaß von der Universität Kassel erinnerte bei einer Gedenkstunde im Haus der Caritas (Kapitelstraße) am frühen Abend daran, dass in Nazideutschland Wohnungslose systematisch verfolgt wurden. Die Veranstaltung mit rund 90 Besuchern, begleitet von gefühlvollen Melodien des Musikers Heribert Leuchter und Rezitationen Schauspielerin Annette Schmidt, fand im Rahmen einer Ausstellung über Wohnungslose im Dritten Reich statt. Ayaß führte aus, dass die Nazis die als „Asoziale“ und „Gemeinschaftsfremde“ angesehenen Menschen 1933 und 1938 zu Tausenden in „Arbeitshäuser“, „Bettlerhaftlager“ und zur Ermordung in die KZ verschleppten.

Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde entzündete am Sonntagabend um 19 Uhr zum Gedenken an die sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden sechs Kerzen. Danach sprach Yaron Engelmayer im Saal der Synagoge vor rund 120 Mitgliedern und Gästen seiner Gemeinde das Totengebet „El male Rachamim“ für die Opfer der Shoa. Der junge Rabbiner mahnte, man müsse von der Geschichte lernen, „damit solches nie wieder geschieht. Nie wieder!“ Jegliches Unrecht müsse bekämpft werden, „so früh wie möglich und mit aller Konsequenz.“

Die Gedenkstunde wurde von sentimentalen Klavierstücken, jiddischen Liedern und Rezitationen des Schauspielers Jens Wachholz begleitet. [© Michael Klarmann; für AN]
27.1.08 20:53
 



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