Rechts: Drogendealerring mit diffuser Nähe zu Hools und Neonazis ausgehoben
Aachen/Essen. Die Polizei ist in Aachen und im Ruhrgebiet ist in den letzten Monaten gegen Drogenhändler vorgegangen, die laut der Behörde Kontakte zur Hooligan- und Neonaziszene unterhielten oder den Szenen selbst angehörten. Dies geht aus einer Erklärung der Ermittler hervor. Zudem gehörten Teile der derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Personen zu einer Gruppe von Dealern, deren Köpfe schon vor rund zwei Jahren wegen des Schmuggels und Handels mit Amphetaminen, Marihuana und Ecstasy zu Haftstrafen verurteilt worden waren.
Seit Mai ermittelte die Polizei erneut gegen einen Dealerring, der sich neu gegründet habe und erneut wieder große Mengen Amphetamin von den Niederlanden über Aachen nach Essen schmuggelte. Über Konsumenten und Kleindealer wurden die Drogen dann im Umlauf gebracht. Verantwortlich für den Drogenhandel seien diesmal 30- bis 35-jährige Hooligans, die der Polizei überwiegend als „Gewalttäter-Sport“ bekannt waren und Verbindungen zu neonazistischen Skinhead-Vereinigungen unterhalten haben sollen.
Laut Polizei und Staatsanwaltschaft bestellten drei Aachener Hooligans das Rauschgift in den Niederlanden und verteilten es anschließend überwiegend in Hooligankreisen. Hauptabnehmer war demnach ein in Essen-Altendorf wohnendes Bandenmitglied, das über einen Dealer vornehmlich Konsumenten aus Essen-Borbeck belieferte. Weitere Abnehmer wohnten in Bochum, im Großraum Düsseldorf und Köln sowie in der Schweiz, wohin das Amphetamin postalisch geschickt wurde. Der in Essen wohnende Hauptabnehmer musste im Sommer wegen einer anderen Verurteilung für fünf Monate in Haft. Er wurde deswegen Ende September nicht, wie drei seiner Mittäter und eine 25-jährige Frau, bei der Übergabe von sechs Kilogramm Amphetamin und 2.000 Ecstasy-Tabletten von Spezialeinheiten der Polizei in Aachen festgenommen.
Im weiteren Verfahrensverlauf wurden aufgrund erster Aussagen der Festgenommenen laut Polizei drei weitere Hooligans in Essen und Bochum festgenommen, die mehrfach bis zu vier Kilogramm Amphetamin erhalten und weiterveräußert hatten. Ende Oktober konnte in Aachen nochmals von Spezialeinheiten ein Hooligan festgenommen werden, der mit seinem SLK-Mercedes gerade ein Kilogramm Amphetamin aus den Niederlanden eingeschmuggelt hatte. Dieser Hooligan sollte vier Tage später eine dreieinhalb Jahre lange Freiheitsstrafe antreten, zu der er in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Aachen 2006 wegen Amphetamin- und Kokainhandels verurteilt wurde.