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Rechts: 21-jähriger Neonazi der KAL schlug 57-Jährigen zu Boden

Langerwehe. Während des „Oktoberfestes“ der „Schifreunde Jüngersdorf“ ist es am frühen Morgen des 14 Oktober in Langerwehe im Festzelt zu einer Schlägerei gekommen, an der Neonazis beteiligt waren. Wie erst nun bekannt wurde wollen Augenzeugen dabei auch den Anführer der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), der zugleich stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Düren ist, gesehen haben. Auslöser für einen Polizeieinsatz war ein 21-Jähriger Neonazi aus Düren, der einen 57 Jahre alten Mann aus Langerwehe zu Boden geschlagen hatte.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass zwar keine politischen Hintergründe Auslöser für die Tat gewesen seien, jedoch Personen aus der rechten Szene vor Ort waren. Die Gruppe sei schon vorher aufgefallen, weswegen die Veranstalter des Festes die Polizei alarmiert hätten. Daher hätten sich Beamte vor Ort in Bereitschaft gehalten. Ein Ordnungshüter sei so Zeuge geworden, wie nach Ende der Veranstaltung gegen 3.15 Uhr an besagtem Sonntagmorgen der 21-Jährige den 57-jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe, so dass der Geschädigte zu Boden gegangen sei. Die Beamten hätten den rechten Schläger daraufhin in Gewahrsam genommen. Da er sich gegenüber den Beamten gewehrt habe, laufe gegen ihn ein Verfahren wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Polizisten. Der Dürener sei in Polizeigewahrsam genommen und, nachdem er ausgenüchtert war, wieder entlassen worden, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Nach Recherchen der „Nachrichten“ ist der 21-Jährige ein Mitglied der Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Der junge Mann fungierte auch als Einpeitscher für die von den Teilnehmern eines NPD-Aufmarschs am 22. September in Düren skandierten Parolen. Die NPD-Demo hatte sich „gegen Ausländerkriminalität und Inländerfeindlichkeit“ gerichtet. Am 13. Oktober, dem Samstag vor der Schlägerei in Langerwehe, war der Neonazi ebenso Einpeitscher eines rechten Aufzuges in Neuss gewesen. Neonazis wollten damit angeblich gegen die „Repression“ und „Gewalt“ vonseiten der Polizei gegen Neonazis demonstrieren.

An beiden Aufmärschen hatte auch der aus Langerwehe stammende KAL-Chef und stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren teilgenommen. Auch er war laut Augenzeugen in der Gruppe von Rechtsextremisten, von der am zweiten Oktoberwochenende in Jüngersdorf die Schlägerei ausging. Gegen den einschlägig vorbestraften KAL-Anführer und NPD-Funktionär laufen zudem Ermittlungen wegen einer Schlägerei auf einem Maifest im Ortsteil Schlich. Seinerzeit hatten der KAL-Chef und der Bruder des jetzigen Schlägers am frühen Morgen eine Schlägerei mit den übrigen Gästen des Maifestes angezettelt.

Die besagten „Schifreunde“ sind eine Gruppe von Leuten, die seit mehr als 10 Jahren gemeinsam in Winterurlaub nach Österreich fahren. Seit mehreren Jahren organisiert die Gruppe besagtes „Oktoberfest“ in Jüngersdorf und spendet den Gewinn an soziale Einrichtungen. [© Michael Klarmann; Teilrecherche für einen Beitrag der DN]

Lesermeinungen zu diesem Beitrag (geben nicht unbedingt die Meinung vom KW wieder; KW behält sich Sinn wahrende Kürzungen vor)]
–– „Politischer Soldat“, Kameradschaft Aachener Land: „Mich würde mal interessieren, worauf sie ihre Behauptung, die Schlägerei sei von ‚der Gruppe aus Rechtsextremisten’ ausgegangen, stützen. Gibt es für diese Behauptung irgendwelche Beweise oder MUSS das einfach so sein, weil es sonst nicht in ihr verzerrtes Weltbild rein passt?“ (Antwort: Ich denke, der Text, die Schilderung der Polizei und jene der hier nicht detailliert wiedergegebenen Augenzeugen sind klar, Mann? Gruß, mik)
(Ergänzung am 24. Oktober, 11.00 Uhr, gepostet)
–– „Politischer Soldat“, Kameradschaft Aachener Land: „Und ich kenne genügend Zeugen, die sagen, dem Fausthieb des ‚Neonazi[s] der KAL’ seien Beleidigungen, Schubser und ebenfalls ein Schlag ins Gesicht des ‚Neonazi[s] der KAL’ von Seiten des 57-Jährigen voraus gegangen. Als ‚Journalist’ finde ich es äusserst fragwürdig, wenn man sich gerade bei so etwas auf subjektive Aussagen von besoffenen Gutmenschen stützt. Denn es ist klar, dass niemand sich trauen würde, zu sagen ‚Nein, die bösen Neonazis haben nicht angefangen. Sie sind angegriffen worden’...“
(Ergänzung am 25. Oktober, 13.55 Uhr, gepostet)
23.10.07 16:25
 



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