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GegenRechts/Rechts: Überlegene Nazigegner und ein Desaster für die NPD

Düren. Mit verschiedenen Protestaktionen haben Menschen in Düren heute deutliche Zeichen gegen Rechtsextremismus anlässlich eines NPD-Aufmarsches gesetzt. Alleine die von der Antifa Düren angemeldete Demonstration wuchs von rund 500 Teilnehmern infolge des Protestzuges durch die Innenstadt auf etwa 1.200 Personen an. An verschiedenen Kundgebungen des Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Rassismus (BgR) nahmen im Innenstadtbereich zudem zahlreiche Menschen teil. Passanten zeigten mit Stickern des BgR oder angehefteten „Roten Karten“ gegen Rechtsextremismus ihren Protest gegen den braunen Spuk. Die NPD selbst marschierte mit 150 bis 200 Personen durch Düren. Die rechtsextreme Partei musste nach szeneinternen Querelen [1] nicht nur auf den prominenten NPD-Redner Thomas „Steiner“ Wulff und den bekannten Neonazi-Kader Sven Skoda verzichten. Auch eine Zwischenkundgebung musste verlegt werden, da der dafür vorgesehen Platz teilweise von Nazigegner besetzt worden war.

Laut ersten Mitteilungen der Polizei kam es zwar einmal kurz zu Rangeleien zwischen Nazigegnern und der Polizei, indes zu keinen Strafverfahren gegen Antifaschisten (möglicherweise wurden jedoch Verfahren eingeleitet gegen zwei Störer der NPD-Auftaktkundgebung und am Morgen schon mehrere Platzverweise ausgesprochen). Im Umfeld der teilweisen Besetzung des Chlodwigplatzes wurden kurzfristig von der Polizei rund 80 Antifaschisten festgesetzt, konnten sich jedoch von einer angrenzenden Straße aus nach Einlenken der Polizei bis zum Rand des Platzes bewegen und hinter einer Polizeikette weiter lautstark gegen den NPD-Zug demonstrieren. Die NPD musste wegen jener Gegenproteste einmal für zehn und ein zweites Mal für rund 25 Minuten den Aufmarsch stoppen.

Wegen des Verstoßes gegen Polizeiauflagen kündigte die Polizei bei einer späteren Kundgebung am Rande der Innenstadt einem NPD-Redner seine Verhaftung an – was durch dessen Einlenken indes nicht erfolgte, jedoch ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Auflagen nach sich ziehen könnte. Die Beamten leiteten zudem ein Verfahren ein gegen einen Teilnehmer des NPD-Aufzuges, weil dieser im Vorfeld verfassungsfeindliche Symbole gezeigt hatte. Dem Anmelder des Aufmarsches droht laut Polizei ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, da rund 30 Teilnehmer des NPD-Aufmarsches von einem Vorabtreffen in der rechten Gaststätte „Gütershop“ geschlossen und „ähnlich eines (nicht genehmigten) Aufzuges“ (Polizei) zum eigentlichen Startpunkt ihrer Demonstration marschiert waren. Nach internen Streitereien [1] und einem szeneinternen Boykottaufruf waren ebenso nahezu alle „Autonomen Nationalisten“ aus der Region und dem Ruhrgebiet mit rund 50 bis 70 Personen dem Aufmarsch fern geblieben – offenbar auch jene, die teilweise den Führungsriegen des „Sturmbundes Aachen“ (SBA) und des „Nationalen Widerstandes Herzogenrath“ angehören. Beide Neonazi-Gruppe gehörten offiziell mit zu den Unterstützern des NPD-Aufmarsches, der SBA hatte sich erst kurz vor dem Wochenende dem Boykottaufruf angeschlossen.

Die Polizei erklärt in einem Abschlussbericht für die Presse, alle Gegenproteste und der NPD-Aufmarsch seien „ohne besondere Störungen“ verlaufen. Laut Lokalpresse waren am Sonnabend 1.200 Polizisten in Düren vor Ort, u.a. waren wegen befürchteter Ausschreitungen auch Wasserwerfer, berittene Polizei und Hubschrauber im Einsatz. Das Konzept der Polizei sei aufgegangen. Ausdrücklich lobte die Polizei die Dürener Bevölkerung, die für die Einsatzmaßnahmen der Polizei „volles Verständnis“ gezeigt habe.

Ersten Berichten zufolge wurde am Samstagabend nach der Rückreise am Aachener Hauptbahnhof eine Gruppe von Antifaschisten von der Polizei einkesselt. In dem Zug waren demnach sowohl Neonazis als auch deren Gegner gemeinsam nach Aachen gereist. Die Antifaschisten bemängelten, dass man sie kurzfristig festgesetzt habe, indes gut ein Duzend Neonazis rechte Parolen skandierend durch den Bahnhof ziehen konnte.

Zu den Demonstrationen ist eine Bildergalerie HIER einsehbar. Um die Bilder sehen zu können muss der Browser Cockies akzeptieren, sonst erscheint eine Fehlermeldung. Interessierte Redaktionen melden sich bitte und fordern gewünschte Motive an. [© Klarmann]

Lesermeinungen zu diesem Beitrag (geben nicht unbedingt die Meinung vom KW wieder; KW behält sich Sinn wahrende Kürzungen vor)]
–– Antifaschistische Gruppe Aachen, Pressemitteilung (Auszüge): „[...] Am Ende dieses Tages leistete sich die Polizei einen weiteren Fauxpas. Sie geleitete nicht nur Neonazis in einen Zug in Richtung Aachen, in dem bereits AntifaschistInnen saßen, ignorierte nicht nur Hitlergruß zeigende Faschisten trotz Hinweisen auf diese Vorgänge und trotz der Belehrung von Zugreisenden, dass sich die anwesende Polizei der Strafvereitelung schuldig mache. An der Endstation, am Aachener Bahnhof verwiesen die Einsatzkräfte etliche Menschen unter dem Einsatz ‚einfacher körperlicher Gewalt’ des Bahnhofes um den anwesenden Neonazis einen freien Weg zu bescheren. In der Zwischenzeit sammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz engagierte AntifaschistInnen, die von der bervorstehenden Ankunft der Neonazis gehört hatten. Auf dem Bahnhofsvorplatz setzte die Polizei [...] die etwa 50 anwesenden AntifaschistInnen in einem so genannten Kessel fest, damit die inzwischen nur noch 6 (!) Neonazis ohne Polizeibegleitung Parolen schreiend an diesem Kessel vorbeiziehen konnten. Erst etwa eine halbe Stunde später, nachdem die Neonazis in einen Bus gestiegen waren, wurden die bis dahin festgesetzten NazigegnerInnen freigelassen, denen bis dahin nicht der offizielle Grund für ihre vorübergehende Ingewahrsamnahme mitgeteilt wurde. [...] Übrigens lobte die NPD Düren das Vorgehen der Polizei in Aachen explizit. [...]“
(Ergänzung am 25. September, 15.00 Uhr, gepostet)

[1] NPD-Düren distanziert sich kurz vor Aufmarsch von Automaten und alle drohen sich gegenseitig
22.9.07 22:01
 



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