
Düren. Der NPD-Kreisverband hat seine Ankündigungen wahr gemacht und den im Rahmen des „Tages der Heimat“ veranstalteten „Ostdeutschen Markt“ auf dem Rathaus-Vorplatz besucht. Die „Kameraden“ hatten das angekündigt, da man sich zur „Heimat“ bekennen wolle und sich solidarisch mit dem „Bund der Vertriebenen“ (BdV) gegen Kritik von Links zeigen werde. Der BdV Düren war bei vorangegangenen Treffen wegen extrem rechter Redner wiederholt in die Kritik geraten. Zwar kam es infolge der Reden während der Feierstunde im Rathaus-Foyer diesmal nicht zu einem Eklat und die Lokalausgabe der „Nachrichten“ stellte zu dem bis dahin ausgebliebenen Besuch der NPD fest, dass „Zwischenfälle“ beim Festakt ausblieben [1]. Indes nahm der BdV später keinen Anstoß daran, dass unter den auf dem Markt anwesenden NPD-Leuten auch Neonazis mit Hakenkreuz-T-Shirts waren.
Obschon Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) auch in den vergangenen Jahren den „Ostdeutschen Markt“ besucht hatten, wies der Dürener BdV in diesem Jahr alle Schuld am Erscheinen der Neonazis den Vertretern der Antifa Düren zu. Diesen warf man vor, ihre Kritik habe erst dazu beigetragen, dass dies passieren „musste“. Letztlich besuchte fast der gesamte Kreisvorstand der Dürener NPD um Ingo Haller das BdV-Fest. Der Tross bevölkerte so einen ganzen Tisch mit rund einem Duzend Personen und scherzte teilweise mit Vertretern des BdV und der Volkstanzgruppe.
Höhepunkt des rechten Besuches war die Tanzeinlage des einschlägig vorbestraften, stellvertretenden NPD-Kreisvorsitzenden und KAL-Anführers, René Laube. Der bullige Skinhead wurde von einer Dame aus der Volkstanzgruppe zum Tanz aufgefordert und beteiligte sich sichtbar gute gelaunt und stolz am Reigen vor Publikum. Mitten in der Farbenpracht brillierte der Glatzkopf dabei im schwarzen KAL-Shirt auch durch seinen Rückenaufdruck: „Antifa bedeutet Angst, und die werdet Ihr haben, wenn wir zu Euch kommen“. Laube trug mit zwei weiteren „Kameraden“, die in KAL-Shirts mit gut sichtbaren, dreiarmigen Hakenkreuzen erschienen waren, abschließend denn auch Sorge dafür, dass die „Volksgemeinschaft“ immer mehr in den Hintergrund trat und der Aufbau einer soliden „Vollgemeinschaft“ (freudscher Versprecher) zügig voran schritt. [© Klarmann]
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«Tag der Heimat» im Rathaus ohne Zwischenfälle