Rechts: Aktionsgruppe Rheinland haut schon mal mächtig auf die braune Kacke
Aachen/Düren/Köln. Kaum hat sich aus Neonazifeindaufklärungs-Einheiten der „Anti-Antifa“ [1] sowie „Autonomen“ eine „Aktionsgruppe Rheinland“ gegründet, legt sich diese sofort akkurat mit dem Strafgesetzbuch an: „Revolution statt Reform! Kein Frieden mit den Feinden Deutschlands! Heute, über 60 Jahre nach dem Sturz der letzten rechtmäßigen Regierung“, würden Jugendliche sich wieder in Gruppen „zusammenzuschließen und gemeinsam für ein Deutschland [...] kämpfen, welches an die besseren Zeiten anknüpft und wo endlich wieder Nationalstolz an den Tag gelegt wird,“ schreiben die Neonazis auf ihrer neu eingerichteten Homepage im Internet. Mit der „rechtmäßigen Regierung“ und den „besseren Zeiten“ ist wohl Nazideutschland gemeint.
Auch sonst mögen die Autoren der „Aktionsgruppe Rheinland“ nur leicht zweideutigen Klartext. Sie fordern in ihrem Webbanner „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“, rufen zum Gedenken an den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess auf und zählen sich offenbar zu dem Netzwerk „Nationale[r] Sozialisten – Bundesweite Aktion“. Der „Aktionsgruppe Rheinland“ selbst gehören nach Eigenangaben bisher Personen an, die sich unter dem Label „Autonome Nationalisten Aachen“, „Autonome Nationalisten Düren“, „Autonome Nationalisten Köln“ und „Autonome Nationalisten Pulheim“ (ANP) gesammelt haben. Die ANP entstanden aus dem Umfeld beziehungsweise Nachlass der Kölner/Pulheimer Neonazis Axel Reitz, der derzeit eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung absitzt [2]. Die ANP hat sich in der Vergangenheit durch Aufkleber-Aktionen und Schmierereien hervor getan, wie folgendes Video dokumentiert (das „Klarmanns Welt“ nicht produziert hat und nur zu Dokumentationszwecken einblendet):
Die „Autonomen Nationalisten“ [3] aus der Region Aachen und Düren bestehen aus ehemaligen [4] Mitgliedern der NPD-Jugend „Junge Nationaldemokraten“ (JN) und dürften teilweise den Neonazigruppen „Kameradschaft Aachener Land“, „Sturmbund Aachen“ und „Nationaler Widerstand Herzogenrath“ angehören. Mitglieder jener Gruppen waren kürzlich daran beteiligt, in einem Zug – vermeintliche – Gegner anzupöbeln und zu bedrohen [5]. Wie „Klarmanns Welt“ aus den für gewöhnlich gut informierten Kreisen erfuhr, laufen gegen Mitglieder und teilweise auch Personen der Führungsriegen aller genannten Gruppen polizeiliche Ermittlungen oder Verfahren wegen verschiedener Delikte (Körperverletzung, Bedrohung, Volksverhetzung, Verwendung von Symbolen verbotener/verfassungsfeindlicher Organisationen).