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Rechts: Echte Naziglatze wandert für zehn Monate hinter Gitter

Aachen. Ein 25-jähriger Neonazi, der wegen eines großen, auf seiner Glatze tätowierten Hakenkreuzes zu Jahresbeginn für ungläubige Blicke bei den Montagsdemonstranten sorgte [1], ist vom Amtgericht Aachen zu einer zehn Monate langen Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann, der seit dem 25. Mai in Untersuchungshaft saß, hat die meist offen von ihm präsentierten NS-Symbole auf seinen Händen und oberhalb des Ohres tätowiert. Das Gericht ahndete dies nun.

Zurück ging der jetzige Prozess unter anderem darauf, da sich ein älterer Mann im April nach einem Heimspiel von Alemannia Aachen in einer Gaststätte nahe des Tivolis von den Hakenkreuzen gestört fühlte. Die Mutter des Mannes hatte jüdische Wurzeln, sein Vater war wegen seiner Kritik an dem NS-Regime damals inhaftiert gewesen. Nachdem der Mann die Polizei rief, verpflichteten die Beamten den Neonazi, Mütze und Handschuhe anzuziehen. Da er beides später wieder auszog und die Polizisten erneut gerufen wurden, erstatteten die Beamten Anzeige. Zudem hatte der 25-Jährige im März eine Studentengruppe beim Grillen angepöbelt und den Hitlergruß gezeigt. Laut "Aachener Nachrichten" trug der zur Tatzeit Betrunkene dabei ein NPD-T-Shirt.

Im Herbst 2004 war der mehrfach vorbestrafte Mann aus einer rund vier Jahre dauernden Haft entlassen worden, die unter anderem wegen eines von ihm begangenen Sexualdeliktes verhängt worden war. Nach der Haftentlassung lebte der 25-Jährige zeitweise ohne festen Wohnsitz in Herzogenrath. Er verfügt über keinen Schulabschluss und hatte während der Haft eine Schulung zum Industrie- und Fassadenmaler absolviert. Dem Vernehmen nach war er schon seit März 2005 wieder zur Fahndung ausgeschrieben. [© Klarmann]

[1] Erster Praxistest für Hartz IV und Proteste linker Gruppen dagegen
17.8.05 17:06
 



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