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GegenRechts: Fast 300 Menschen setzen Zeichen gegen rund 100 Rechte [update3]

Inden/Altdorf. Fast 300 Menschen, überwiegend aus dem bürgerlichen Lager, haben am Samstagmittag in Inden-Altdorf ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Mit einer Kundgebung vor dem Rathaus und einem Demonstrationszug durch den Ort wendeten sie sich generell gegen Rechtsextremismus, aber insbesondere gegen ein für den Nachmittag geplantes Treffen von Neonazis in der Nachbargemeinde Inden-Pier. Dort soll auf Einladung der NPD eine rechtsextreme Liedermacherin aufgetreten sein.

Karl Panitz vom DGB und dem Dürener „Bündnis gegen Rechts“ (BgR) sagte in einem Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung, zwar deklariere die NPD derlei Treffen als Privatfeier. Jedoch handele es sich nicht um solche. Schon bei dem letzten Treffen vor wenigen Wochen, sagte Panitz, hätten prominente Neonazi-Funktionäre aus NRW und Holland daran teilgenommen. Es handele sich nicht um Privatfeiern, sondern um politische Veranstaltungen. Dagegen müsse man sich zur Wehr setzen. Das BgR hatte zu den Protesten aufgerufen.

An der Demonstration nahmen auch der Bürgermeister von Inden, Ulrich Schuster (parteilos), und der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) teil. Spelthahn sagte gegenüber der Presse, auch wenn der Kreistag Düren sich mit einer Resolution gegen Rechtsextremismus und Intoleranz positioniert haben, dürfe und könne man das Auftreten der Rechtsextremisten im Kreis Düren nicht ignorieren. Er sagte, es sei ermutigend, dass sich so viele Menschen in nur wenigen Tagen hätten mobilisieren lassen in der kleinen Gemeinde, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Auch er habe ein Zeichen setzen wollen und daher an der Demonstration teilgenommen. Bürgermeister Schuster hatte in einer kurzen Ansprache vor dem Rathaus zu den Menschen gesagt, in der Gemeinde dürfe kein Platz sein für Rechtsextremisten.

Die Demonstration verlief laut Organisatoren und Polizei friedlich und ohne Zwischenfälle. Nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ wurde jedoch ein Jugendlicher, der im Verdacht stand, für die Neonazi-Feinaufklärung „Anti-Antifa Aachen-Düren“ politische Gegner zu fotografieren, von der Polizei kontrolliert. Zivilbeamte unterbanden das Tun des Jugendlichen. Daraufhin verließ dieser den Rathausplatz noch während der Auftaktkundgebung. Er war am Abend Gast der NPD-Veranstaltung in Pier.

Die Veranstaltung der NPD besuchten bis 18.30 Uhr rund 80 Personen aus der Region, vom Niederrhein (Neuss, Krefeld, Mönchengladbach) und aus Bonn. Die Rechten waren mit PKW, Bussen und Bahnen angereist in das ländliche Inden-Pier. Offenbar war das Treffen auf dem Anwesen des NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller als nachträgliche Geburtstagsfeier desselben bzw. dessen Gattin deklariert worden. Aufgetreten ist laut NPD die rechte Liedermacherin Annett, die aus dem Kreis Osterode im Harz (Niedersachsen) anreiste. Annett ist wohl die prominenteste Sängerin der deutschen Braunszene.

Die Neonazis waren am frühen Abend teilweise in kleineren Gruppen auf den umliegenden Straßen unterwegs. Bis 20.30 Uhr verlief das Treffen ohne Zwischenfälle, abgesehen von teils lautem Applaus oder Rufen. Besucht wurde die Feier überwiegend von jungen Neonazis. Ein Besucher aus Neuss erschien im T-Shirt mit einem großen Brustaufdruck eines Lorbeerkranzes, in dem die Ziffer 88 stand: die Doppelung des achten Buchstabens im Alphabet steht für HH und dient der rechten Szene als Code für „Heil Hitler“. Laut NPD nahmen insgesamt 100 Personen an dem Treffen teil, das der rechtsextremen Partei zufolge ohne Störungen und Zwischenfälle verlief.

Bildergalerie der Proteste HIER einsehbar (der Browser muss Coockies akzeptieren, sonst erscheint eine Fehlermeldung). Interessierte Redaktionen melden sich bitte und fordern gewünschte Motive an. [© Klarmann]
11.6.07 08:31
 



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