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Rechts/Zitat: Von Gabbern in der Region und dem konspirativen Hauptsitz der KAL namens Aachen

Kreis Aachen. »(...) Hierbei spielte das Thema der “Gabbers” eine zentrale Rolle. Es handelt sich hier um eine Musikszene, für die kennzeichnend ist: vor allem Hardcore-Techno-Musik, dann Bomberjacken, Lonsdale-T-Shirts, Nike-Turnschuhe sowie Glatze. Nach übereinstimmenden Berichten wird die Szene durch den Konsum synthetischer Drogen geprägt.

Die o.a. Musikrichtung hat ursprünglich mit Rechtsradikalismus nichts zu tun und ist als Subkultur hier im Grenzland eher aus dem niederländischen Raum übernommen worden, wichtigster Szenetreff ist das “Peppermill” in Landgraaf. Im lokalen Kontext auf der deutschen Seite hat sich allerdings diese Gabber-Szene als “deutsche” Subkultur in den letzten Jahren zunehmend von Jugendlichen anderer Herkunft abgegrenzt, so dass hier auch eine erhöhte Anfälligkeit für fremdenfeindliche Ressentiments gegeben ist.

Die Meinungen über diese Szene sind bei den Jugendlichen geteilt, wobei hier auch lokale Unterschiede eine Rolle spielen. Während teilweise überhaupt bestritten wird, dass diese Szene irgendetwas mit “rechts” zu tun habe, reicht das Meinungsspektrum bis dahin, dass insbesondere von Migrantenjugendlichen die “Gabbers” mitunter umstandslos als “Nazis” tituliert werden. Die Gabbers zeigen jedenfalls eine Tendenz, die sowohl von Deutschen als auch von Migrantenjugendlichen dahingehend geschildert wird, dass Fremdenfeindlichkeit und diffus “rechte” Orientierung nicht offen geäußert werden, man sich aber in Cliquen trifft, in denen diese Auffassungen verbreitet sind; insofern gibt es Anzeichen für eine erhebliche Verbreitung solcher vage bleibender Ausrichtungen nach “rechts”, die eher als eine Art Lebensgefühl denn als klare Ideologie ausgebildet sind.

Im einzelnen lässt sich nicht auseinanderhalten, inwieweit für die Mitglieder der Szene bzw. diejenigen, die sich äußerlich wie solche geben, auch nur das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer Clique, Mitläufertum, Modeaspekte etc. eine Rolle spielen. Davon zu unterscheiden ist eine klare Orientierung am politischen Rechtsextremismus. Äußerungen, die in diese Richtung weisen, fanden sich nur vereinzelt, bei weniger als 1 % der befragten Jugendlichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine deutlich größere Zahl von sympathisierenden Einstellungen nur vermutet werden kann, aber nicht offen geäußert wurde.

Ferner wurden auf ca. 2% der Fragebögen extrem rassistische Kommentierungen abgegeben. Hinweise auf eine durchorganisierte rechtsextreme Szene, mit “Hauptsitz” in der Stadt Aachen, fanden sich allerdings auch. Diese sei konspirativ organisiert, man bemerke sie kaum und erhalte auch nur über enge, persönliche Kontakte, Einblick in deren Struktur. In diesem Netzwerk sei man untereinander gut bekannt, mit Kontakten weit über Kreis und Stadt Aachen hinaus. Vermutlich gelten diese Hinweise der einschlägig bekannten “Kameradschaft Aachener Land”.« Aus: dem »Bericht zur Auswertung der Untersuchung über die Einstellung von Kindern und Jugendlichen zu “Fremden” im Projekt “Miteinander im Kreis Aachen - gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit”.
1.7.05 08:17
 



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