GegenRechts: 450 gegen 7 – Demo am Frauentag deutliches Zeichen gegen Rechts
Aachen. In Aachen haben am Donnerstag rund 450 Menschen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Anlass dafür war der internationale Frauentag (8. März). Obschon der Protest von den Unterbezirken Kreis und Stadt Aachen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) organisiert wurde, schlossen sich viele Menschen an, die nicht der SPD angehörten. Der Musiker Peter Maffay mahnte, es sei wichtig „die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.“
Maffay war der prominenteste Gast und führte die Demonstration gemeinsam mit zahlreichen Frauen an. Bei der Abschlusskundgebung auf dem Markt sagte er mit Blick auf die Hitler-Diktatur, es sei „wichtig, Kindern beizubringen, welche Fehler gemacht wurden, damit sich das nicht wiederholt. Denn sonst haben wir keine Zukunft.“
Christiane Karl, AsF-Vorsitzende im Kreis Aachen, sagte, Rechtsradikalismus bedrohe die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, bedrohe die Demokratie und „unser ganzes Leben“. Ana Maria Jurisch vom Arbeitskreis „Frauen Verbinden Welten“ sagte, Neonazis und Parteien wie die NPD wollten Frauen „vermännlichen und militarisieren.“ Mit Gleichberechtigung, sagte die gebürtige Argentinierin, die in ihrer Heimat noch die Militärdiktatur erlebte, habe das nichts zu tun. Letztlich sei das Rollenbild der Rechten „zutiefst frauenfeindlich“.
Begonnen hatte die Demonstration am Elisenbrunnen. Schon dort wurde sie von vier Neonazis beäugt, die den Protestzug auch provokativ begleiteten. Auf dem Markt mischten sich noch mindestens drei weitere Neonazis unter die Menschen und machten Filmaufnahmen. Jene Aktivisten gehörten zur „Anti-Antifa Aachen“, die Bilder von Gegnern im Internet mit dem Untertitel „Antifa heißt Angst“ veröffentlicht.
Einschüchtern ließen sich die rund 450 Antifaschisten indes nicht. Christiane Karl sagte, man werde der „braunen Brut Widerstand entgegensetzten“. Oberbürgermeister Jürgen Linden sagte, alle Demokraten müssten im Kampf gegen Rechtsextremismus „zusammenstehen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.“
Für Unmut sorgten nicht nur die Neonazis. Die Polizei beschlagnahmte ein T-Shirt eines Punks, auf dem ein durchgestrichenes Hakenkreuz zu sehen war. Grund: Verdacht auf Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen. Während der Europaparlamentarier Martin Schulz dies während der Abschlusskundgebung kritisierte, nannte SPD-Geschäftsführer Theo Niewerth im Gespräch mit den „Nachrichten“ die Beschlagnahmung „verwerflich“. Es sei klar erkennbar, dass der Junge gegen Nazis sei.