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Hitliste: Die 25 am meisten gelesenen Artikel seit Dezember 2005 (Stand: Ende Januar 2008)

1.) Fotogalerien (-/-)

2.) Die am meisten gelesenen Artikel seit Dezember 2005 (+1)

3.) Vorträge zur lokalen rechten Szene, Diskussionen in Neonaziforen, Rechtsrock und dem Konstrukt „Kameradschaften“ (+1)

4.) Kameradschaft Aachener Land ist dem NRW-Verfassungsschutz ein paar deutliche Zeilen wert (-2)

5.) Unsoziales: Initiative Asoziale Marktwirtschaft (-/-)

6.) Offenbar Übergriff auf Neonazi nach Bericht in "Klarmanns Welt" (-/-)

7.) Rechte Szene in Aachen Stadt zwischen stürmischen Zeiten und dem Ballfieber (+1)

8.) 2.500 Nazigegner gegen 209 (+5) bzw. 132 Nazis (-1)

9.) Rechtsradikale Auswüchse in der Nordeifel (-/-)

10.) Antifa schlägt NPD/KAL mit 180 zu 100 (-/-)

11.) Sascha Wagner sächselt nun... (-/-)

12.) Abenteuerliches rund um rechtes Konzert in Holland (+1)

13.) Antifa schlägt Rechtsextremisten 8 zu 1 (Besucher) und 5 zu 1 (Bands) (-1)

14.) Klarmanns Vatter musste zahlen...und Klarmann braucht die NPD, um... (-/-)

15.) Naziaufmarsch in Erkelenz von massiven Polizeiaufgebot und antifaschistischen Protesten begleitet / Klarmann von Neonazi angegriffen (-/-)

16.) Dossiers und Beratung über rechte Szenerie...? (+4)

17.) Gegen Polizeirepression sorgt für Polizeirepressionen (+1)

18.) Randbemerkungen zu den rechten Aufmärschen in Krefeld und Mönchengladbach (-2)

19.) Von Demokratiefaschisten und dem Subjekt Friedmännlein sprach das Pastörchen (-2)

20.) NPD-Düren distanziert sich kurz vor Aufmarsch von Automaten und alle drohen sich gegenseitig (-1)

21.) Lieder über Vaterlandliebe in Dürener Kneipenhof (-/-)

22.) 700 Menschen sagen: Hahaha, Anti-Antifa – oder anders: 700 Bunte gegen 5 Braune (NEU)

23.) Diffamierende Neonazi-Flugblatt-Aktion gegen Klarmann (-1)

24.) Frei, sozial, national, offensiv – Sturmbündnis gegen Links (-/-)

25.) Unsere Ehre heißt immer noch Frieden (NEU)


[Anmerkung: Die Statistik hat gewisse Schwächen, da sie nur direkt angeklickte Beiträge zählt und nicht festzustellen ist, wie oft diese Beiträge schon gelesen wurden, als sie auf der Startseite standen und nur diese aufgerufen wurde. Artikel, die Leserinnen und Leser gefallen, künftig einfach als Qualitätsurteil anklicken bei „verlinken“.]
26.1.08 11:49


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Heute: Gewaltfreier Anarchismus - Geschichte und Gegenwart weltweit

Aachen. Vortrag und Diskussion unter dem Titel „Gewaltfreier Anarchismus - Geschichte und Gegenwart weltweit“ mit Lou Marin, Mitherausgeber der Zeitung Graswurzelrevolution. Bei diesem Vortrag werden u.a. vorgestellt: Leo Tolstoi, Gustav Landauer, Clara Wichmann, der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch in Deutschland 1920 und der gewaltlose Flügel der FAUD, der Widerstand der Frauen in der Berliner Rosenstraße 1943, M.K. Gandhi, das Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) und die Kämpfe der Afro-AmerikanerInnen in den USA der sechziger Jahre, Las Abejas/Chiapas, die brasilianische Landlosenbewegung Sem Terra, schließlich die Anti-Atom-Kämpfe der gewaltfrei-anarchistischen Aktionsgruppen/Graswurzelrevolution und die „Republik Freies Wendland“ 1980 in der BRD, sowie gewaltloser Sturz des Militär-Sozialismus in der DDR und in Osteuropa 1989, gewaltfreie Revolte in Burma 2007. VeranstalterInnen: FAU-Aachen, eine weitere Gruppe, die sich gerade in der Namensfindung befindet, die Fachschaft Philosophie (7/1) der RWTH-Aachen. Der Eintritt ist kostenlos. Um Spenden zur Refinanzierung der Veranstaltungen wird gebeten. Ort: Welthaus, An der Schanz 1, Aachen. Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr. [Textquelle: redigierte Veranstalter-Rundmail]
26.1.08 11:49


Gedenken: Gedenkveranstaltungen am Holocaust-Gedenktag

Aachen. In Aachen wird am kommenden Sonntag, dem Holocaust-Gedenktag, in vier Veranstaltungen den Opfern der Nazibarbarei gedacht. Unter dem Motto „Damals verfolgt – heute vergessen?“ zeigt der „Vorbereitungskreis 27. Januar“ Schülerarbeiten zum Holocaust-Gedenken. Er hat sich die Aufgabe gemacht, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer darauf hinzuweisen, sich mit der Verfolgung von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Behinderten, Andersgläubigen und politischen Gegnern auseinander zu setzen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Alle Arbeiten behandeln nicht ausschließlich die Vergangenheit. Zusätzlich richtet sich der Fokus darauf, wie heute mit Andersdenkenden und Andersgläubigen umgegangen wird. Die Veranstaltung findet am 27. Januar, zwischen 11.00 und 13.30 Uhr, im Bürgerzentrum St. Fronleichnam (Schleswighaus), Schleswigstraße 15, statt. Zum Vorbereitungskreis 27. Januar gehören der Arbeitskreis Grenzen-Los (Volkshochschule Aachen, Volkshochschule Aachen-Nordkreis), die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Lesben- und Schwulenverband Aachen/Euregio, der Romani Rota Verein Stolberg, die Zeugen Jehovas und das Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch um 12.30 Uhr das Theaterstück „Pjotr und das Netz der bösen Zungen“ vom chaOSTheater der OT Josefshaus im Ostviertel aufgeführt.

Seit 1996 wird in jedem Jahr der 27. Januar als Gedenktag für alle Opfer der Nazidiktatur begangen. Das Datum erinnert an den Tag der Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Am 27. Januar 1945 wurde der Vernichtungslager Auschwitz von Truppen der Roten Armee befreit. 1996 hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog diesen Tag zum Gedenktag an die Opfer des Holocaust erklärt. Aus diesem Anlass veranstaltet die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Aachen eine feierliche Erinnerungsstunde. Sonntag, 27. Januar, 19 Uhr. Jüdische Gemeinde, Synagogenplatz 23.

Die Katholische Frauengemeinschaft lädt am Sonntag schon um 15 Uhr zur Holocaust-Gedenkveranstaltung in die Citykirche unter dem Motto „… selbst die Träne hinterlässt eine Spur“ (Hilde Domin) ein. Die Veranstaltung wird als literarische und musikalische Spurensuche gestaltet – mit Texten der Holocaust-Überlebenden Rose Ausländer und Hilde Domin sowie dem Ensemble „Shpil, Klezmer, shpil“. Eine Einführungsrede wird Annette Diesler, Geistliche Begleiterin des kfd-Diözesanverbands Aachen, halten. Der Leiden der Wohnungslosen wird am Sonntag, 27. Januar, bei der Caritas (Kapitelstraße 3) gedacht [1]. Um 17 Uhr wird Wolfgang Ayaß von der Universität Kassel – der sich intensiv mit dem Leben, der Geschichte und den Schicksalen Wohnungsloser im Nationalsozialismus befasst hat – einen Gedenkvortrag halten. Begleitet wird die öffentliche Veranstaltung mit Rezitationen der Schauspielerin Annette Schmidt und musikalisch umrahmt von Heribert Leuchter. [© Klarmann]

[1] siehe dazu auch Ausstellung zeugt vom großen Leid Obdachloser unter den Nationalsozialisten
24.1.08 16:30


Rechts: Anti-Antifa sprüht Haken ans Kreuz

Stolberg. Offenbar haben die Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Neonazi-Szene innerhalb der vergangenen Wochen und Monate wegen Propagandadelikten in Stolberg sowie Farbschmierereien in Walheim und Düren die Braunszene nicht sonderlich beeindruckt: Laut Lokalpresse [1] wurde in der Nacht auf Donnerstag die Grundschule im Stolberger Ortsteil Breinig mit einem weißen Hakenkreuz und der „zwei Mal zehn Meter große[n] Aufschrift ‚Anti-Antifa’“ beschmiert. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Erst kürzlich hatten sich Antifaschisten und Teilnehmer der Neonazi-Feindaufklärung „Anti-Antifa“ in Aachen eine Art Machtprobe geliefert, wer am größten Sprühen kann [2]. Im Umfeld der Breiniger Grundschule war es im August schon zu einer Naziaktion gekommen, als an einer Bushaltestelle je ein Aufkleber der „Aachen Ultras“ und des Neonazi-Bündnisses „Aktionsgruppe Rheinland“ verklebt worden waren. [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] Als die Antifa zur Anti-Antifa zur Anti-Anti-Antifa wurde...; Autonome Nazis beginnen Malerlehrgang
[3] Ultra – Autonom – Radikal – National – Ultra – Oderso...
24.1.08 16:13


Rechts: Neonazigewalt in NRW in den Jahren seit Hünxe/Solingen

Aachen. „Schmuddel“ hinterließ eine Frau und drei Kinder. Der Punk war mit Freunden an Ostermontag 2005 in einer U-Bahnhaltestelle in Dortmund unterwegs, als die Gruppe auf einer Rolltreppe auf einen Neonazi und dessen 16-jährige Freundin traf. Es kam zu einem Wortgefecht. Thomas Schulz alias „Schmuddel“ war 32 Jahre alt, als er dabei auf den 17-jährigen Neonazi-Skinhead Sven Kahlin zuging und dieser sich, wie er später sagen wird, von dem Punk bedroht fühlte. Es folgten weitere Wortgefechte. Dann stach Kahlin plötzlich mehrmals mit seinem Messer zu – und traf das Herz seines Gegenübers. „Schmuddel“, im Weltbild des Täters eine „Zecke“ und damit unwertes Leben, verstarb kurz darauf im Krankenhaus.

Weder Polizei, noch später die Richter am Landgericht Dortmund, sahen einen politischen Hintergrund für die Tat. Zwar gehöre der Täter der rechten Szene an, jedoch sei er nur ein Mitläufer gewesen, hieß es. Die gerade im Ruhrgebiet und dem Rheinland zu dieser Zeit sehr aktiv werdende Neonaziszene sah dies anders und sprach vom Täter als „Kameraden“. Die Neonazis hatten sogar kurz nach der Tat in Dortmund Plakate mit der Aufschrift „Antifaschismus ist ein Ritt auf Messersschneide“ (sic!) verbreitet – daneben war ein blutiges Messer abgebildet. Zudem hieß es auf Flugblättern: „Wer der Bewegung im Weg steht, muss mit den Konsequenzen leben.“ Im Internet kursierte nach dem Mord eine Stellungnahme, in der es hieß: „Die Machtfrage wurde gestellt und wurde für uns befriedigend beantwortet: Dortmund ist unsere Stadt!“ [...]

Einige der schlimmsten rechten Gewalttaten in NRW dürften Brandanschläge von jugendlichen Neonazis, rechten Skinheads und Mitläufern in den 1990er Jahre gewesen sein, als es in Deutschland zu einer Serie von Gewalttaten gegen und Brandanschlägen auf Asylbewerber und Migranten kam. In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1991 warfen drei junge Männer nach dem Besuch einer rechten Party anlässlich des ersten Jahrestages der Deutschen Wiedervereinigung in Hünxe Molotow-Cocktails in das dortige Asylbewerberheim. In der Wohnung einer libanesischen Familie wurden zwei der Kinder lebensgefährlich verletzt. Am Pfingstwochenende 1993 steckten vier rechte Jugendliche das Haus einer türkischen Familie in Solingen in Brand und begingen so den „schwersten fremdenfeindlichen Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik“ (WDR).

In den Flammen kommen die drei türkischen Mädchen Saime (4), Hülya (9) und Hatice Genç (18) ums Leben. Gürsün Inçe (27) und Saime Genç (4) erliegen ihren Verletzungen, nachdem sie sich mit einem Sprung aus dem Fenster aus der Flammenhölle zu retten versuchen. Mehr als zehn Familienmitglieder, das jüngste im Säuglingsalter, werden bei dem Anschlag teils lebensgefährlich verletzt. Die später gefassten Täter sind zwischen 16 und 23 Jahre alt und stammen aus der örtlichen rechten Szene. 1996 werfen rechtsgerichtete Jugendliche einen Brandsatz auf ein Aussiedlerwohnheim in Düsseldorf. Die rund 25 Bewohner können sich in Sicherheit bringen. [...]

Der Soziologe und Fachautor Andreas Klärner stellte im Mai 2006 zu der „neuen“ Art von ausländerfeindlichen Gewalttaten fest: „Hinter den Taten stehen rassistische und fremdenfeindliche Orientierungen, aber nicht unbedingt rechtsextreme Weltbilder [...]. Fremde werden abgelehnt und sollen vertrieben werden. Da gibt es natürlich Überschneidungen zu organisierten Rechtsextremisten, die einen völkischen Staat aufbauen wollen. [...] Die organisierten Rechtsextremisten, also NPD und ‚Freie Kameradschaften’, wollen vor allem Anerkennung in der Öffentlichkeit gewinnen. Sie wissen, dass Gewalttaten dabei hinderlich sind. Sie versuchen deswegen, auch ihre Anhängerschaft zu disziplinieren und von Gewalttaten abzuhalten. Das gelingt allerdings nicht immer. Dennoch haben die organisierten Rechtsextremisten und die Gewalttäter in der Konsequenz dasselbe Ziel: Eine ethnisch homogene Volksgemeinschaft, die von Menschen, die als fremd bezeichnet werden, ‚gereinigt’ und ‚gesäubert’ ist. Dieses Ziel lässt sich aber nur mit terroristischen Mitteln, mit Gewalt, durchsetzen. Die organisierten Rechtsextremisten wollen solange auf Gewalt verzichten, bis man genug öffentliche Anerkennung gewonnen hat, um diese Ziele dann offensiv durchsetzen zu können.“ [...]

Anders als mit Reden sollen mittels rechter Rockmusik gerade junge Menschen ideologisiert werden. Umtriebig zeigt sich dabei auch die nordrhein-westfälische Rechtsrock-Szene. [...] „Oidoxie“ sind europaweit bei Treffen des Netzwerks „Blood & Honour“ und deren terroristischem Arm „Combat 18“ (Kampfgruppe Adolf Hitler) aufgetreten. Der „Oidoxie“-Sänger war zugleich Schlagzeuger bei der Band „Weiße Wölfe“. Auf der 2002 veröffentlichten CD „Weiße Wut“ posieren die Musiker der konspirativ arbeitenden Band mit Sturmhauben vermummt und mit Schusswaffen und Knüppeln bewaffnet vor einer Fahne der wegen ihrer Nähe zu NSDAP und SA 1995 verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP). Im Text zum Lied „Wenn wir marschieren“ heißt es, „beim Marsch durch das Land [...] brennt in jeder Stadt ein Asylantenheim ab.“ Die Musiker singen im Lied „Kein vergeben, kein vergessen“: „Ihr gottverdammten Bullenschweine [...] am Tag der Rache wollen wir euch bluten sehn.“ Im Song „Ruhm und Ehre“ heißt es zu „Sieg Heil!“-Rufen, „Ruhm und Ehre der Waffen SS“, denn jene Soldaten „kämpften bis zum bitteren Ende für Führer, Volk und Vaterland.“ In dem Lied „Unsere Antwort“ wettert die Band, „Gammler“, Kommunisten und „Kanaken“ müssten ins „Arbeitslager, damit sie spuren“. Und weiter: „[...] jetzt kommt die Rache. Juda verrecke und Deutschland erwache. [...] Für unser Fest ist nichts zu teuer, 10.000 Juden für ein Freudenfeuer. Ihr tut unserer Ehre weh, unsere Antwort: Zyklon B.“

Ebenso wie „Oidoxie“ unterhielten „Weiße Wölfe“ enge Kontakte zu B&H und traten europaweit bei deren Treffen auf. Aus jenem Dortmunder Umfeld stammte auch der 17-Jährige, der „Schmuddel“ erstach. Unterdessen haben sich gerade in Dortmund, aber auch den übrigen Teilen NRWs Teile der rechten Szene umorientiert. Sie wurden zu „Autonomen Nationalisten“ (AN), kopierten linke Aktionsformen und gingen zum gezielten Angriff über. Mehrfach griffen in Dortmund in den Jahren 2006 und 2007 Neonazis aus dem Umfeld der „ANs“ linke Kneipen oder von Migranten betriebene Gaststätten mit Pfefferspray, Knüppeln und Pflastersteinen bewaffnet an. Es kam zu Verletzten. In Dortmund wurden zudem mehrfach junge Antifaschisten und Punks angegriffen und verprügelt sowie Scheiben an Büros der Linkspartei und der Bündnisgrünen eingeworfen. Mutmaßlich rund zwanzig „ANs“ griffen im November 2007 in Leverkusen nach einer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht abreisende Antifaschisten mit Flaschen und Reizgas an. [...]

Nicht nur organisierte Neonazis, sondern auch solche können gefährlich sein, die sich am Rande der Szene aufhalten. Der bekennende Nationalsozialist Thomas Adolf erschoss mit einer Pumpgun im Oktober 2003 in Overath den Anwalt Hartmut Nickel (61) sowie dessen Frau Mechthild (53) und Tochter Alja (26). Auch wenn der Mittvierziger von einer politischen Tat sprach, war der Grund dafür auch Rache. Der Rechtsanwalt hatte Ende der 1990er Jahre die Gegenseite des säumigen Mieters Adolf vertreten. Der ehemalige Söldner konnte damals schon auf eine Odyssee durch rechtsextreme Organisationen und Gruppen sowie einen Faible für Gewalt, Wehrsportgruppen und Waffen zurückblicken. Nach seinem Umzug von Köln in den Kreis Heinsberg wurde Adolf zumindest zeitweise noch vom polizeilichen Staatsschutz beobachtet.

Der Kölner Stadt-Anzeiger gibt jene Zeit in einem späteren Prozessbericht so wieder: „Adolf gerät ins soziale Abseits. Er radikalisiert sich zusehends. Im Raum Aachen / Geilenkirchen schart er junge Leute um sich. Sie sollen eine ‚Stoßtruppe’ für den Kampf gegen das demokratische Deutschland bilden. Er besitzt eine Pumpgun, zeigt die Waffe überall herum. [Doch e]r gerät an Drogen, wird mittellos. Selbst die ‚Kameraden’ nehmen ihn nicht mehr ernst.“ Mit seiner damals 19-jährigen Freundin wurde er dann zum Mörder. [© Michael Klarmann; für Friedrich-Ebert-Stiftung (hier eine stark gekürzte Fassung des Manuskriptes; die Langfassung des Textes erhielten heute Förderer von „Klarmanns Welt“ als Dankeschön. Irrtümlicherweise wurden für den FES-Beitrag zu hohe Zeichenvorgaben gemacht, weswegen das Originalmanuskript 30.000 Zeichen lang ist, aber bei der FES nur 15.000 Zeichen erscheinen werden/können. In diesem Blog-Beitrag finden sich auch Passagen, die von der FES gekürzt werden mussten.)]
24.1.08 10:04


Hausmitteilung: BDKJ-Schaukasten als Datei...

Aachen. Die Ausgabe der Mitgliederzeitung des BDKJ im Bistum Aachen, der „Schaukasten“, die sich dem Schwerpunkt Rechtsextremismus widmet, ist nun als PDF-Datei [1] im Web. Der Autor dieser Zeilen hatte dazu den Überblick „Rechtsextremismus im Bistum Aachen“ [2] geschrieben. Im „Schaukasten“ finden sich weitere Texte und Fotos zum Thema. [© Klarmann]

[1] Download-Link (1,9 MB)
[2] Direktlink
24.1.08 09:45


Dokumentation: Polizei ermittelt wegen fremdenfeindlicher Straftat

Aachen. Zwei junge Männer aus Aachen (20 und 22 Jahre) sind am Dienstagnachmittag von der Polizei festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, am Vortag an einer Haltestelle ein dunkelhäutiges 17-jähriges Mädchen rassistisch beleidigt und geschlagen zu haben. Als ihre 16-jährige Freundin zu Hilfe eilte, sei auch sie geschlagen und getreten worden. Die jungen Frauen wurden leicht verletzt. Passanten waren am Montagmittag bei der Auseinandersetzung dazwischen gegangen und hatten die Parteien getrennt. Die Täter waren darauf hin geflüchtet. Aufgrund der exakten Personen- und Detailbeschreibungen konnten die jungen Leute einen Tag später von einer Streifenwagenbesatzung in der Nähe des Tatortes erkannt und festgenommen werden.

In ihrer ersten Vernehmung räumten die jungen Männer ihre Täterschaft ein. Allerdings bestritten sie, ihre Tat habe einen rassistischen Hintergrund. Die Situation habe sich an Ort und Stelle hoch geschaukelt. Schließlich sei die 17-Jährige ihnen noch nachgelaufen und habe beiden das Gesicht zerkratzt. Entsprechend gezeichnet präsentierten sich die Männer bei ihrer Vernehmung.
Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachtes einer fremdenfeindlichen Straftat, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung.

Die 20- und 22-jährigen Aachener sind zwar polizeibekannt, jedoch bislang nicht wegen fremdenfeindlicher Taten in Erscheinung getreten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei auch keine Anhaltspunkte auf rechtsradikales oder fremdenfeindliches Gedankengut. [Textquelle: Pressemitteilung der Polizei]
23.1.08 13:59


Rechts: NPD fällt vom Unglauben ab...Bittschreiben an Bischof(f)

Krefeld/Heinsberg. „Was ist in Krefelds Kirchen los?“ hat die NPD eine Onlineveröffentlichung überschrieben, in der sie den Brief eines NPD-Funktionärs an den Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff veröffentlicht. „Werter Herr Bischoff,“ (sic!) heißt es dann weiter in dem Schreiben, fast so, als würden einzelne NPD-Mitglieder nicht gelegentlich gegen Kirchenmänner pöbeln oder im Kontrast dazu in ihrem Brotberuf durch Dienstleistungen gegenüber der katholischen und evangelischen Kirche ihren Lebensunterhalt aufbessern. Doch darum geht es vermutlich dem Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Heinsberg, Helmut Gudat, gar nicht.

Er, offenbar ein radikaler Insider in Kirchenkreisen, möchte den Bischof nur „hiermit um Auskunft bitten, ob Sie überhaupt noch wissen, was in den Kirchen Ihres Bistums alles so veranstaltet wird.“ Offenbar deutet Gudat damit an, er wisse sehr wohl, welch sündige Planke manches Kirchenschiff heute beherbergt. Anlass für den bösen Brief ist eine „Hetzveranstaltung von bekennenden Linksextremisten“, nämlich des Krefelder „Bündnisses für Toleranz und Menschenwürde“ am 10. Januar in der Josefkirche in Krefeld [1].

Dass ausgerechnet die NPD-Krefeld, die im „Weltnetz“ etwas ähnliches wie zwei Steckbriefe zum Autor dieser Zeilen publiziert hat, sich dann mittels Nachveröffentlichung des Gudat-Schreibens darüber erbost, dass bei dieser Aufklärungsveranstaltung angeblich „die Steckbriefe von vier national/konservativ eingestellten Kommunalpolitikern aus dem Rheinland gezeigt wurden,“ dürfte den Bischof verblüffen, von dem Gudat eine „geschätzte Antwort“ erwartet. Denn Gudat fragte laut NPD-Krefeld auch:

„In meiner Eigenschaft als gewählter Kreistagsabgeordneter im Kreis Heinsberg frage ich Sie: - fand diese Veranstaltung mit Ihrem Wissen und /oder Ihrer (nachträglichen) Billigung statt? - ist Ihnen bekannt, daß auf dieser Veranstaltung nicht nur DKP-Funktionäre sondern auch gewaltbereite, sich selbst als Anarchisten bezeichnende Personen auftraten? - ist mit Konsequenzen aus dieser Veranstaltung zu rechnen oder ist damit zu rechnen, daß zukünftig Kirchen in Gebiet des Bistums Aachen als Plattform für Linksextremisten dienen?“

Mussinghoff ist auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. [© Klarmann]

[1] Hunderte Witzemacher lachen fünfzehn Neonazis aus...
22.1.08 19:40


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